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Wasserwirtschaft im Binnenland

Der Handlungsbereich Wasserwirtschaft im Binnenland umfasst verschiedenste Aufgaben, die von der Umsetzung von Schutz- und Vorsorgemaßnahmen zur Bewältigung von Binnenhochwasserereignissen bis hin zur Gewährleistung des quantitativen und qualitativen Schutzes von Oberflächengewässern und Grundwasservorkommen reichen. Das Wasser neben der generellen ökologischen Nutzungen dient, stellt die Sicherung und der Schutz von Wasserressourcen eine wichtige Vorraussetzung sowohl für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen als auch für eien nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung dar.

Gleichzeitig kann Wasser auch eine Gefahr darstellen. So können die Ausuferung von Fließgewässern infolge von Hochwasserereignissen und damit verbundene Überschwemmungen zu Schäden an Siedlungen, Industrie- und Gewerbebetrieben, Infrastruktureinrichtungen, Kulturdenkmälern und landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie zur Gefährdung von Menschenleben und Umwelt führen. Um dies zu verhindern, ist ein effektives Hochwasserrisikomanagement erforderlich, das zur Reduzierung möglicher Schäden neben dem technischen Hochwasserschutz vor allem auch planerische Maßnahmen des vorsorgenden Hochwasserschutzes beinhaltet.

Potentielle Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft

Der Wasserkreislauf ist als Teil des Klimasystems eng mit einer Reihe von klimatischen Parametern verknüpft. Wasser gelangt hauptsächlich in Form von Niederschlag aus der Atmosphäre in die terrestrischen Ökosysteme. Von dort aus verdunstet ein großer Teil des Wassers entweder direkt (Evaporation) oder wird über die Pflanzenverdunstung (Transpiration) wieder an die Atmosphäre zurückgegeben. Die Summe von Evaporation und Transpiration, die s. g. Evapotation, ist von klimatischen Parametern wie Temperatur, Strahlung, Luftfeuchtigkeit und Wind abhängig. Daneben spielen die Art und der Zustand der Bodenbebeckung eine wichtige Rolle. Der Anteil des Niederschlags, der nicht wieder verdunstet, fließt oberirdisch ode unterirdisch ab und speist so Oberflächengewässer und Grundwasservorkommen. Infolge des Klimawandels wird es zu Veränderungen der den Wasserkreislauf bzw. Wasserhaushalt beeinflussenden klimatischen Parametern kommen. im Folgenden werden die möglichen Auswirkungen auf Oberflächengewässer und Grundwasservorkommen sowie die daraus resultierenden Folgen für die Wasserwirtschaft im Binnenland dargestellt.

Auswirkungen auf Oberflächengewässer

Abflussregime

Das Abflussregime, d. h. der durchschnittliche jahrreszeitliche Verlauf des Abflusses innerhalb eines Gewässers, hängt neben den abflussbeeinflussenden Eigenschaften des Einzugsgebiets (z. B. Relief, Vegetation, Vegetation, Bodentyp) von Höhe, Art und Verteilung der Niederschlägsmenge sowie der Evapotranspiration. Aufgrund der klimawandelbedingten Veränderungen der jahreszeitlichen Niederschlagsverteilung (feuchtere Winter, trockenere Sommer) ist tendenziell mit einem Anstieg der durchschnittlichen Abflüsse im Winter und einem Rückgang der mittleren Ablüsse im Sommer zu rechnen. Dieser Rückgang wird durch eine erhöhte Verdunstung als Folge steigender Temperaturen noch zusätzlich verstärkt.

Darüber hinaus kann der Klimawandel zu einer starken Schwankung der Abflussstärke führen, sodass sich sowohl die Wahrscheinlichkeit von (extremen) Hoch- als auch Niedrigwasserabflüssen erhöht. Dies kann u. a. zu erhöhten Managementkonflikten beim Betrieb von Multifunktionsspeichern (z. B. Talsperren) führen, die sowohl dem Hochwasserrückhalt als auch der Niedrigwasseraufhöhung und/ oder Wasserbevorratung für die Trink- bzw. Brauchwasserversorgung dienen.


Hochwasserereignisse

Es lässt sich bisher nur schwer vorhersagen, inwiefern sich Hochwasserereignisse durch den Klimawandel verändern werden. Grundsätzlich können dazu jedoch folgende Annahmen getroffen werden:

Infolge zunehmender winterlicher Niederschläge, die aufgrund der Temperaturerhöhung zudem seltener in Form von Schnee zwischengespeichert werden, wird sich das Abflussregime in Richtung höherer Winter(hoch)wasserabflüsse entwickeln.

Hochwasserereignisse, die durch starke Schneeschmelze, erhöhten Niederschlagsabfluss über gefrorenen Böden oder Eistau verursacht bzw. verstärkt werden, treten aufgrund der sinkenden Schneemengen bzw. der steigenden Temperaturen dagegen voraussichtlich seltener auf.

Durch vermehrte und intensivere Starkregenereignisse kann es besonders in Gewässern mit einem kleineren Einzugsgebiet zu häufigeren und stärkeren Hochwasserabflüssen kommen.

Aufgrund der möglichen klimawandelbedingten Zunahme der Häufigkeit und Dauer von Sturmfluten erhöht sich oberhalb der tidebedingten Unterläufen von Ems, Weser und Elbe sowie in deren Nebenflüssen die Wahrscheinlichkeit des Zusammentreffens einer Sturmflut mit einem zeitlich auftretenden Binnenhochwasser. Der Anstieg der Sturmflutwasserstände kann außerdem zu einer Verstärkung von damit einhergehenden Rückstaueffekten des Oberwasserabflusses führen.

Die konkreten Auswirkungen des Klimawandels auf die Entwicklung von Hochwasserabflüssen lassen sich nur unter Berücksichtigung der jeweiligen regionalen Klimaprojektionen sowie der natürlichen Umgebung der Einzugsgebiete abschätzen.

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